Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e. V.


Die volkswirtschaftlichen Anfänge

Vom D.V.V. zum BDV

1901

Am 15. Dezember 1901 gründen Volkswirte in Berlin die Organisation „Deutscher Volkswirtschaftlicher Verband – Vereinigung der Fachbeamten wirtschaftlicher Interessenvertretungen und berufsmäßigen Volkswirte (D.V.V.)“. Zum ersten Vorsitzenden wird Landes-Oekonomierat Wölbling gewählt.

Als berufsmäßige Volkswirte gelten die in praktischer Tätigkeit stehenden Nationalökonomen. Dies sind vor allem die volkswirtschaftlich gebildeten geschäftsführenden Beamten wirtschaftlicher Interessenvertretungen. Mitglied im D.V.V. können nicht nur die Fachbeamten werden, sondern auch andere Personen, die nach Vorbildung oder Beruf ein Interesse an den Zielen des Verbandes haben.

Dieser älteste Vorgängerverband des bdvb wendet sich zunächst den Aufgaben zu, die den Volkswirten unmittelbar praktischen Nutzen bringen. In erster Linie sind dies die Vermittlung von Stellen für volkswirtschaftliche Beamte und die Erweiterung des Tätigkeitsgebietes auf die Probleme der Verwaltung größerer Kommunen, das Konsularwesen, die bedeutenden industriellen Betriebe und auf die Verkehrsunternehmen. Darüber hinaus bietet der D.V.V. die Vermittlung literarischer Arbeiten und Vorträge mit volkswirtschaftlichem Charakter an. In allen größeren Städten bilden sich Gruppierungen des D.V.V. Zunächst monatlich und dann alle 14 Tage erscheint das Verbandsorgan „Volkswirtschaftliche Blätter“.

 


1920

bdvb Mitgliedskarte 1916

Nach zehnjährigem Bestehen umfasst der Mitgliederbestand bereits 1500 Volkswirte. Ende September 1919 liegt er bei 3118, obwohl im ersten Weltkrieg rund 300 Mitglieder gefallen sind. Am 14. Juli 1920 wird der D.V.V. in „Reichsverband der Deutschen Volkswirte e.V. (R.D.V)“ umbenannt. Damit ist auch der Wandel vom Fachverein zum Akademikerverband verbunden. Ein Universitätsexamen ist jetzt Voraussetzung für die Aufnahme in den Verband. Die Bezeichnung „Volkswirt R.D.V.“ wird als fachwissenschaftliches und fachberufliches Qualifikationsmerkmal geschaffen, in einer persönlichen Urkunde dokumentiert und in die Deutsche Zeichenrolle eingetragen. Die Betonung der Standespolitik und die gerechte Behandlung seiner Mitglieder, insbesondere in Fragen der Besoldung, stehen im Mittelpunkt der Verbandstätigkeit. Zu diesem Zweck erscheinen bis 1933 insgesamt 18 Hefte eines sog. Normenarchivs.


1922

1950

Am 21. Januar 1950 findet der 1. Deutsche Volkswirte-Tag in München statt. Der aufgestellte Zielkatalog weist aus:

  • die Verbesserung der Chancen für Diplom-Volkswirte in der höheren Beamtenlaufbahn
  • die Einrichtung eines geregelten Praktikums in Verbindung mit den Diplomprüfungen
  • die enge Zusammenarbeit zwischen Volks- und Betriebswirten in Studium und Praxis

Eines der ursprünglichen Ziele, eine Einheitsorganisation aller Wirtschaftswissenschaftler zu bilden, tritt 1951 wieder in den Vordergrund. Der R.D.V. vereinigt sich mit dem parallel zu ihm existierenden, aber weniger aktiven und kleineren Volkswirte-Verband VDV zum „Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V. (BDV)“. Damit wird zugleich die Grundstruktur des heutigen bdvb angelegt. So schreibt die Satzung u.a. fest:

  • die Förderung der gemeinsamen Berufs- und Standesinteressen der Mitglieder
  • die Sicherung der Stellung der Mitglieder in Wirtschaft und Staat
  • die Stärkung der Zusammenarbeit von Praxis, Forschung und Lehre

Voraussetzung für die ordentliche Mitgliedschaft im BDV ist die wirtschaftswissenschaftliche Diplomprüfung an einer Universität oder anerkannten Hochschule sowie eine hauptberufliche Tätigkeit volks-, betriebs- oder sozialwissenschaftlicher Art. Die Organe sind: Mitgliederversammlung, Vorstand, Beirat, Ehrenpräsidium, Ehrengericht und Kuratorium. In wichtigen fachlichen Betätigungsfeldern bilden sich Fachgruppen. In den größeren Städten gibt es Bezirksgruppen, die teilweise in Landesverbänden zusammengefasst sind.

Die Zeitschrift des BDV ist von 1954 bis 1970 „Der Deutsche Volks- und Betriebswirt“. Herausgegeben wird diese Publikation von Prof. Dr. L. Heyde, Prof. Dr. K. Ringel, Prof. Dr. K. Schiller, Dr. W. Wasser und Dr. Dr. J. Winschuh.

 



 

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