Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e. V.


Pressemitteilung vom 06.05.2015

Bundesverband Deutscher Volks-­ und Betriebswirte: GDL bricht mit Tradition der Sozialpartnerschaft und schädigt den Standort Deutschland


Anlässlich des längsten Streiks in der Geschichte der Deutschen Bahn AG – mit noch nicht zu beziffernden volkswirtschaftlichen Kosten und erheblichen Beeinträchtigungen für die Bürgerinnen und Bürger – hat sich der Bundesverband Deutscher Volksā€ und Betriebswirte e.V. besorgt geäußert. bdvb Präsident Peter Herrmann bezeichnet den Ausstand, der noch bis Sonntag andauern soll, als unverhältnismäßig und wenig nachvollziehbar. Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer stelle sich mit der Maßnahme bewusst abseits des Modells der Sozialpartnerschaft, die mit der Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik untrennbar verbunden sei.

Im Wortlaut erklärte Peter Herrmann: „Die Bundesrepublik Deutschland konnte über viele Jahrzehnte stolz auf die praktizierte Sozialpartnerschaft sein. Die Organisationsfreiheit ist ein hohes Gut, das das Grundgesetz uns garantiert. Heftige Arbeitskämpfe und Tarifauseinandersetzungen hat es daher auch hierzulande immer wieder gegeben. Stets jedoch herrschte Konsens, dass ein Streik die Ultima Ratio sei und kein Mittel der Verhandlungsführung, sowie darüber, dass eine Schlichtung anzustreben ist, wenn die Fronten verhärtet sind.“

Herrmann weiter: „Indem die Gewerkschaft der Lokführer diesen Grundkonsens aufkündigt, schädigt sie den Standort Deutschland. Bereits die Anzahl der von ihr angezettelten Streiks richtet unverhältnismäßigen Schaden an. Viel schlimmer noch ist aber, dass die GDL die Axt an eine der Grundfesten unseres Wohlstandes legt. Denn wenn ihr Verhalten hoffähig wird, beraubt es den Standort eines wichtigen Stabilitätsankers: der Zuverlässigkeit, um die uns andere Länder Europas, in denen eine wesentlich konfrontativere Streikkultur praktiziert wird, bislang meist beneidet haben.“

 

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