Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e. V.


Pressemitteilung 26.10.2016

bdvb Trendumfrage 2016: Studentinnen und Studenten der BWL folgen bei ihrer Fächerwahl traditionellen Geschlechterrollen

 

Düsseldorf, 26.10.2016 – Bei der Wahl ihrer Vertiefungsfächer setzen männliche und weibliche Studierende der Betriebswirtschaftslehre unterschiedliche Schwerpunkte. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Trendstudie des Bundesverbands Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V. (bdvb), für die die älteste Vertretung von Wirtschaftsakademikern 850 angehende Wirtschaftswissenschaftler befragte.

Bereits im BWL-Bachelorstudiengang zeigen sich deutliche Unterschiede. Das beliebteste Vertiefungsfach der weiblichen Studierenden ist Marketing/Vertrieb, gefolgt von Personalwirtschaft, Arbeits- und Organisationspsychologie und internationalem/strategischem Management. Bei den Männern rangiert letzteres ganz oben auf der Beliebtheitsliste. Zweitbeliebtestes Fach ist Controlling. Marketing/Vertrieb schafft es mit Platz drei noch aufs Podium.

Der Trend, dass weibliche Studierende eher zu kommunikativen und sozial orientierten Fächern tendieren, während männliche zu betriebswirtschaftlich-technisch orientierten Disziplinen neigen, bestätigt sich, wenn man über die Top 3 hinaussieht: Bei Männern sind Accounting, Controlling, Wirtschaftsprüfung und Wirtschaftsinformatik sowie Unternehmensgründung/Entrepreneurship, Finanzwissenschaft oder Geld- und Währungspolitik beliebter als bei den Frauen. Dafür zeigen die weiblichen Befragen stärkeres Interesse an Social Media, Kommunikation und dem Gesundheitsmanagement. Auch im Masterstudiengang zeigen sich deutliche Abweichungen. Während männliche Studierende sich bereits im Bachelor dem Thema Logistik/Supply Chain Management zuwenden, wählen weibliche Studierende diese Vertiefung oft erst im Master. Das Interesse der Studentinnen an Social Media und Kommunikation dagegen nimmt im Masterstudium deutlich ab.

Die Wiwi-Trendumfrage des Bundesverbands Deutscher Volks- und Betriebswirte wurde 2016 zum ersten Mal durchgeführt. Vorausgegangen war eine entsprechende Anfrage des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages. „Ziel war zunächst, herauszufinden, ob es geschlechterspezifische Spezialisierungen gibt“, so Dr. Matthias Meyer-Schwarzenberger, Geschäftsführer des bdvb e.V.. „Nachdem dies nun mit ‚ja’ beantwortet werden konnte, werden wir die Thematik in Folgestudien weiter beobachten und die Motive dahinter beleuchten. Vielleicht können wir bereits 2017 Auskunft darüber geben, wieso sich tradierte Rollenmodelle derart deutlich in der Fächerwahl manifestieren.“

 

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