Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e. V.


Pressemitteilung 29.06.2016

Nach dem Brexit: Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte fordert Rückbesinnung auf die Werte der Sozialen Marktwirtschaft


Düsseldorf, 29.06.2016 – Der Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb e.V.) zeigt sich vom mehrheitlichen Votum der Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens für einen so genannten „Brexit“ enttäuscht und fordert faire Austrittsverhandlungen. Gleichzeitig mahnt er an: Die Politik darf die Menschen nicht den Populisten überlassen, sondern muss Perspektiven bieten.

Die größte und älteste Vertretung von Wirtschaftsakademikern in Deutschland appelliert an die Politik, Planungssicherheit für Unternehmen auf beiden Seiten des Ärmelkanals herzustellen und die Weichen für eine weiterhin enge Zusammenarbeit mit Großbritannien zu stellen. Die Neugestaltung der bilateralen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union müsse in einem fairen Verfahren erfolgen. Ein späterer Wiedereintritt müsse als Option aufrechterhalten werden.

Ungeachtet der Ausgestaltung des Austrittsprozesses sowie seiner politischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen erneuert der bdvb e.V. zudem seine Forderung nach einer Europäischen Union, die in Tradition der Sozialen Marktwirtschaft steht und ihren Bürgerinnen und Bürgern Perspektiven eröffnet.

„Die Politik der vergangenen Jahre hat in weiten Teilen der Bevölkerung den Eindruck hinterlassen, dass die einen zurückgelassen und zu Globalisierungsverlierern gemacht werden, während die anderen sich hemmungslos bereichern. Misstrauen gegenüber Eliten, allgemeine Unsicherheit, mangelnde Aufstiegschancen und Abstiegsangst allerdings sind der ideale Nährboden für Populisten, die mit Halbwahrheiten und Provokationen auf Stimmenfang gehen – nicht nur in Großbritannien“, warnt Verbandspräsident Peter Herrmann. „Die verbleibenden 27 EU-Staaten müssen sich gewahr werden, dass das gemeinsame Auftreten als Staatenbund besser ist als jeder nationale Alleingang – und die Politik muss diese Erkenntnis glaubwürdig vermitteln – auch in schwierigen Zeiten.“

Bei Worten dürfe die Politik es allerdings nicht bewenden lassen: Oberste Priorität hätten die drängenden sozialen Probleme in Europa, vor allem der Abbau der Arbeitslosigkeit und hier insbesondere der Jugendarbeitslosigkeit, so Herrmann. „Das alte Versprechen vom Wohlstand für alle muss wieder konkret erfahrbar werden. Dann laufen Populisten ins Leere.“

 

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