Bundesfinanzminister Christian Lindner, der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Jens Brandenburg und die KMK-Präsidentin Katharina Günther-Wünsch hielten auf dem Bildungskongress des Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland (BÖB) am 26. September 2023 starke Plädoyers für die Förderung der Ökonomischen Bildung.

Christian Lindner und Dr. Jens Brandenburg erläuterten die Nationale Finanzbildungsstrategie, die das Bundesfinanzministerium und das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit der Unterstützung der OECD entwickeln werden. „Wer schlechte finanzielle Entscheidungen trifft, wird das langfristig zu spüren bekommen. Deshalb ist die finanzielle Bildung auch Teil einer sozialverantwortlichen Politik, die in unserem Land mehr Fairness herstellen will“, so der Bundesfinanzminister. Dr. Jens Brandenburg betonte, dass die soziale Herkunft keine Rolle spielen dürfe, wie gut die finanzielle Allgemeinbildung junger Menschen sei. Katharina Günther-Wünsch, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Senatorin für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin, gab ein klares Bekenntnis zur Wirtschaftsbildung und sagte: „Eine praxisorientierte Ökonomische Bildung ist unverzichtbar, damit unsere Schülerinnen und Schüler in der zukünftigen Arbeitswelt bestehen können“. Angesichts des Fachkräftemangels hob sie die große Bedeutung der Berufsorientierung an Schulen hervor.

Auf den drei Panels hielten hochkarätige Rednerinnen und Redner fest, dass Ökonomische Bildung viele Ansatzmöglichkeiten bietet, um Lösungsansätze für die Krisen dieser Zeit zu entwickeln, ob beim Verbraucher- oder Klimaschutz oder dem Fachkräftemangel. Mit dabei waren u.a. Andreas Schleicher, OECD, Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Prof. Dr. Carmela Aprea, Universität Mannheim, Dr. Anna Christmann MdB, Dr. Sally Peters, institut für finanzdienstleistungen, Dr. Vera Fricke, Verbraucherzentrale Bundesverband, Reiner Holznagel, Bund der Steuerzahler, Dr. Bianca Schmitz, ESMT Berlin und Myriam Rapior, BUND.

Einig waren sich alle: Wirtschaftskenntnisse sind notwendig, damit junge Menschen sich in dieser Zeit zurechtfinden und für sich gute Entscheidungen selbstbestimmt treffen können. Sie brauchen Kenntnisse und Kompetenzen, damit sie in der Lage sind, Verträge abzuschließen, sich vor Überschuldung zu schützen oder den für sie geeigneten Beruf zu finden. Selbst beim Klimaschutz unterstützt Ökonomische Bildung. So sind beispielsweise technische Innovationen nötig, die von Unternehmen marktfähig entwickelt werden müssen, um die klimapolitischen Ziele zu erreichen. Auch junge Gründerinnen und Gründer benötigen Wirtschaftskenntnisse, um dauerhaft mit ihren Ideen am Markt bestehen zu können.

Die ökonomische Bildungslandschaft sei allerdings sehr unterschiedlich aufgestellt und gleiche in Deutschland einem Flickenteppich, so die Vorsitzende des BÖB, Verena von Hugo, so dass noch viel politische Arbeit für das BÖB zu leisten sei.

Das Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland (BÖB) setzt sich u.a. für die Verankerung von Ökonomischer Bildung in Schulen ein. Über 100 überwiegend institutionelle Mitglieder aus Verbänden, Stiftungen, Wissenschaft und Wirtschaft unterstützen das Bündnis.
Der bdvb ist Gründungsmitglied des im Jahr 2020 gegründeten gemeinnützigen Vereins.

Einen ausführlichen Bericht über den BÖB KONGRESS 2023 liefern der Newsletter des BÖB:
mailchi.mp/50b1b2c74b5c/newsletter-2023-07
und die Homepage: boeb.net/events/boeb-kongress-2023

Foto: Jens Schicke